Nach vielen Wochen der Vorbereitung war am Samstag, den 20. Juni 2026, um 15:00 Uhr wieder der Start für das 30. Pinswanger Straßenradrennen.
Über alle Klassen verteilt – Elite Frauen, U17 Burschen und Mädchen, Masters-Klassen 2, 3 und 4, Amateure, Junioren U19 und Elite – waren insgesamt 147 Rennfahrerinnen und Rennfahrer bei diesem Jubiläum am Start.
Bei großer Hitze mussten die Nachwuchsklassen 11 Runden, die Elite und Amateure 21 Runden den Rundkurs durchfahren. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer gab es spannende Rennen mit zahlreichen Ausreißversuchen zu sehen, wobei die Ausreißer immer wieder gestellt wurden.
Im Eliterennen wurde der Sieger in einem rassigen Zielsprint ermittelt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei der Elite lag bei sagenhaften 48,2 km/h über eine Strecke von 80 Kilometern!
Im Anschluss an das Eliterennen wurde mit ein wenig Verspätung die „retro Charity Fahrt“ gestartet. 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jung bis Alt waren wieder mit ihren mindestens 25 Jahre alten Fahrrädern aller Kategorien am Start: Rennrad, Klapprad, Waffenrad, Mountainbike, BMX und vieles mehr.
Sie versuchten, möglichst viele Runden zu drehen, um Spendengeld für einen guten Zweck zu erradeln. Bei der inoffiziellen „Labestation“ in Mittelpinswang, wo dem Vernehmen nach die eine oder andere Art von „flüssigem Doping“ verabreicht wurde, war der Andrang stets groß und es herrschte dort teilweise Volksfeststimmung.
Trotzdem wurde nicht aufs Radeln vergessen und es kamen insgesamt 734 Runden zusammen. Zusammen mit dem Nenngeld ergab das einen Spendenbetrag von € 1.684,–.
Dieser wurde heuer durch zwei geteilt. Eine Hälfte geht an eine Familie mit einem schwer kranken Kind, der Name ist dem Vorstand bekannt. Die andere Hälfte wurde an den Verein BASIS in Reutte gespendet, der damit Frauen und Mädchen unterstützt, die Gewalt zum Opfer gefallen sind. In diesem Fall werden Selbstverteidigungskurse für Mädchen finanziert.
Am Sonntag war wieder Walkingtag. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – von ganz jung bis „alt“, aber immer noch ganz fit – gingen ab 09:30 Uhr beim Nordic Walking Tag wieder bei strahlendem Sonnenschein, aber großer Hitze, auf drei verschieden lange Runden.
Jeder konnte die Runde seinen Bedürfnissen und seinem Konditionszustand entsprechend auswählen. Spätestens zum Mittagessen waren alle Walker wieder zurück und konnten sich zuerst einen Preis abholen, sich dann stärken und den Flüssigkeitshaushalt auffüllen.
Um 11:00 Uhr erfolgte dann der Start zum Bikesprint auf das Dreiländereck. Da dieser Bewerb in dieser Form in den kommenden Jahren nicht mehr stattfinden wird, hatte er heuer eine besondere Bedeutung.
Wohl aufgrund der hohen Temperaturen war dieses Jahr nicht damit zu rechnen, dass es einen neuen Streckenrekord geben würde. Die Zeiten waren eher „langsam“, trotzdem für Otto Normalverbraucher unerreichbar.
Jedenfalls waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Mittagessen wieder pünktlich beim Mehrzweckgebäude und von jetzt ab startete der gemütliche Teil.
Das Highlight schlechthin wartete in der Pause zwischen dem Ende der Bewerbe und der Siegerehrung. Kein Geringerer als der Bronzemedaillengewinner bei der Junioren-Europameisterschaft 2022 und bei der Weltmeisterschaft 2023 im Rad Trial, Nico Ostheimer, gab den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Kostprobe seines Könnens.
Diese kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus nach den Kunststücken, die er auf seinem Fahrrad vorführte. Der sympathische Vilser mit Pinswanger Wurzeln gab danach bereitwillig Autogramme, und man konnte mit ihm über seinen Sport plaudern.
Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die beiden anderen Bewerbe, die schon im Vorfeld stattgefunden hatten: zum einen der Berglauf auf das Dreiländereck und zum anderen die Walking Charity, gedacht für jene, die nicht ganz so schnell aufs Dreiländereck wollten.
Erfreulich, dass bei diesen beiden Bewerben fast ausschließlich Pinswangerinnen und Pinswanger auf der Start- und Ergebnisliste zu finden waren! Die Zeitnehmung erfolgte mittels STRAVA-App. Daher konnte jeder seinen Lauf oder seine Wanderung zwischen 6. und 14. Juni machen, wann er wollte.
Die Jubiläumsveranstaltung wurde zum Anlass genommen, im Rahmen der Siegerehrung drei verdiente Persönlichkeiten rund um das Radrennen zu ehren.
Zum einen war das Klaus GÖRIG vom RC Allgäu, der seit dem ersten Radrennen 1994 bei jedem Rennen als Kampfrichter mit dabei war und uns seit einigen Jahren tatkräftig bei den Vorbereitungen unterstützt.
Der zweite Name, der untrennbar mit dem Radrennen in Pinswang verbunden ist, ist Michael KELLER. Er startete gemeinsam mit Dietmar MÜLLER die Initiative, dass es dieses Rennen, das nun bereits zum 30. Mal stattgefunden hat, überhaupt gibt.
Anfangs saß er als Teilnehmer selber noch im Sattel, verschwand aber danach eine Zeit lang sozusagen von der Bildfläche. Seit einigen Jahren ist er nach dem überraschenden Tod unseres langjährigen Freundes und Sprechers Robert KAPPELER in dessen Fußstapfen getreten und kommentiert gemeinsam mit Sigrid die Rennen.
Womit wir bei der dritten Persönlichkeit wären: Sigrid.
Sie hat ihre Sprecherkarriere beim Radrennen gemeinsam mit Robert KAPPELER begonnen und hat dem Rennen damit quasi die lokale Stimme gegeben. Mit dem Sprechen alleine ist es bei ihr nicht abgetan. Sie bereitet sich Tage und Wochen vorher schon akribisch darauf vor, indem sie sich über Fahrerinnen und Fahrer, die Stände in der Rennserie und vieles andere mehr Informationen einholt.
Diese Verbundenheit wollten wir mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk würdigen.
Aufgrund des schönen Wetters waren die Lokalitäten beim Mehrzweckgebäude an beiden Tagen sehr gut besucht. Auch das gehört zu unserem Sportfest: das gemütliche Beisammensein und die Gesellschaft.
Abschließend noch ein großes DANKESCHÖN pauschal an alle Helferinnen und Helfer und alle, die dazu beigetragen haben, dass diese Veranstaltung wieder ein großer Erfolg geworden ist.
Die vielen positiven Rückmeldungen entschädigen uns für all die Arbeit im Vorfeld.
